Viele Bestandsobjekte haben KNX im Haus — funktionierend, bezahlt, aber in der Bedienung und Visualisierung veraltet. Die naheliegende Frage: ersetzen oder erweitern? In den meisten Fällen ist Erweitern die wirtschaftlich sinnvollere Antwort.
Was die KNX Extension tatsächlich macht
Die Loxone KNX Extension bindet den Miniserver als Teilnehmer an den KNX-Bus an. Der Miniserver kann damit Gruppenadressen lesen und schreiben — er sieht also, was auf dem Bus passiert, und kann selbst senden.
Praktisch heißt das: Bestehende KNX-Taster, -Aktoren und -Sensoren bleiben, wo sie sind, und der Miniserver übernimmt die Logik, die Automatik und die Visualisierung. Die vorhandene Hardware wird nicht ersetzt, sondern bekommt ein neues Gehirn.
Der typische Anwendungsfall
Ein Haus aus den 2010er-Jahren mit KNX-Installation. Licht und Beschattung funktionieren, aber:
- Es gibt keine brauchbare App, oder die Visualisierung ist nie fertig geworden.
- Automatiken fehlen — Beschattung läuft manuell, Heizung nach Zeitprogramm.
- Der ursprüngliche Errichter ist nicht mehr greifbar, und niemand traut sich an die ETS-Programmierung.
Hier ergänzt der Miniserver mit KNX Extension genau das, was fehlt, ohne dass ein einziger Aktor getauscht wird.
Was Sie vorher brauchen
Der wichtigste Punkt und der häufigste Stolperstein: Sie brauchen die Gruppenadressen der bestehenden Anlage. Ohne die dokumentierte Adressstruktur wissen Sie nicht, welches Telegramm welchen Verbraucher schaltet.
Im Idealfall liegt das ETS-Projekt vor. Wenn nicht, gibt es zwei Wege: den Bus mitlesen und die Adressen durch systematisches Schalten rekonstruieren — mühsam, aber machbar — oder die Anlage neu in der ETS aufnehmen. Kalkulieren Sie diesen Aufwand ein, bevor Sie ein Angebot legen.
Adressstruktur sauber übernehmen
Legen Sie die Gruppenadressen im Loxone-Projekt mit sprechenden Namen an, nicht als reine Zahlenkolonnen. Sie werden in einem Jahr nicht mehr wissen, was 2/3/17 war.
Grenzen der Integration
Die KNX Extension ist eine Schnittstelle, kein Ersatz für ein KNX-Engineering-Werkzeug. Konkret:
- Sie parametrieren KNX-Geräte weiterhin mit der ETS. Der Miniserver programmiert keine KNX-Aktoren.
- Die Kommunikation läuft über Gruppenadressen. Was nicht als Gruppenadresse existiert, sieht der Miniserver nicht.
- Bei sehr großen Anlagen mit hohem Telegrammaufkommen sollte man die Buslast im Blick behalten.
Wann Parallelbetrieb die bessere Wahl ist
Wenn ohnehin ein Anbau oder eine größere Sanierung ansteht, ist oft die sauberste Lösung: Der Bestand bleibt auf KNX, der neue Teil wird als Loxone Tree ausgeführt, und der Miniserver hält beides zusammen. Sie ersparen sich das Rekonstruieren der alten Anlage für den Neubauteil und arbeiten dort mit der Technik, die sich schneller in Betrieb nehmen lässt.
Kurz zusammengefasst
Erweitern lohnt sich, wenn die KNX-Anlage technisch funktioniert und die Dokumentation vorhanden oder rekonstruierbar ist. Ersetzen lohnt sich, wenn die Anlage ohnehin defekt ist, die Dokumentation fehlt und das Gebäude gerade saniert wird.
Unsicher, in welchem Fall Sie sind? Schicken Sie uns die ETS-Projektdatei oder eine Liste der verbauten Geräte — wir schauen uns das an.


